MAGAZIN

Liebe TCM – Freunde,

Willkommen in unserem Magazin. Hier findet Ihr spannende und informative Artikel zu relevanten Themen.

Viel Spaß beim Stöbern!

Euer Avicenna – Team

Sommer - Apotheke

 Tipps für den Sommerurlaub

 

Diese warme und angenehme Periode des Jahres eignet sich hervorragend um in den Urlaub zu fahren oder Ausflüge zu unternehmen. Wenn man einigen Dingen Beachtung schenkt steht dem Spaß dabei auch nichts mehr im Wege!

 

Reiseübelkeit

Gegen Reiseübelkeit wirken Ingwer-Kapseln. Zusätzlich empfiehlt es sich den Akupunkturpunkt Kreislauf 6 (Nei Guan) kräftig zu massieren. Er befindet sich 2 Daumenbreit proximal der Handgelenksfalte in der Mitte zwischen zwei Sehnen auf der Innenseite des Unterarms.

 

Sonnenbrand

Am wichtigsten gilt hier: Prävention! Es sollte erst gar nicht zu einem Sonnenbrand kommen. Hautschutz durch gute Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, UV-Kleidung, Sonnenhut sowie Vermeidung der starken Mittags- und Nachmittagssonne stellen die ersten Sicherheitsmaßnahmen dazu dar. Wenn man sich trotzdem einen Sonnenbrand geholt hat, helfen auch aus TCM-Sicht folgende „Hausmittel“:

Quarkpackung

Dazu gewöhnlichen Speisequark mit etwas Buttermilch vermischen und auf der verbrannten Haut verteilen. Sobald der Quark getrocknet ist, spätestens nach einer halben Stunde sollte man die Packung abwaschen.

Aloe Vera

Wüstenlilie oder „Lu Hui“ wird diese bitter, kalte Pflanze in der TCM genannt. Äußerlich angewandt hilft das aus dem Mark der Blätter stammende Gel bei Insektenstichen und Sonnenbrand.

TCM-Erläuterung: Quark und die Aloe Vera Pflanze sind nach der TCM thermisch kalt. Deshalb eignen sie sich sehr gut um überschüssige Hitze in der Haut (hier Sonnenbrand) zu kühlen und Schmerzen zu lindern.

Wenn zusätzlich zum Sonnenbrand Fieber, Kopfschmerzen, Schwindel oder Erbrechen auftreten ist es möglich das Sie einen Hitzeschlag erlitten haben. In diesem Fall ist es ratsam umgehend einen Arzt aufzusuchen.

 

Sommer-/Darmgrippe

Die Anfälligkeit für Sommer-Darmgrippen liegt häufig in falscher Ernährung. Vor allem bei schwülem Feuchte-Hitze-Wetter muss darauf geachtet werden den Körper nicht zu stark zu befeuchten durch zu viel Kohlenhydrate, Milchprodukte, Eiscreme und Kuchen.

Diese, in der TCM genannten „Shi Wen-Erkrankungen“, einhergehend mit Symptomen wie Abgeschlagenheit, helmartige Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Trägheit entstehen durch eine Blockade des kompletten dreifachen Erwärmers. Hier gilt es die Oberfläche mit leicht schweißtreibenden Kräutern zu öffnen und die Nässe durch aromatische Kräuter umzuwandeln. Klassisch wird hierfür in China die Rezeptur „Huo Xiang Zheng Qi San“ verwendet.

Leichtere Alternativen sind Schwedenbitter oder eine westliche Teemischung.

 

Rezept Schwedenbitter

  • 1-2 Spritzer Schwedenbitter-Konzentrat in eine halbe Tasse heißes Wasser geben.

Davon 3-4 Tassen täglich.

 

Westliche Teemischung

  • Rosmarinblätter 3g
  • Orangenschale 6g
  • Kümmelfrüchte 3g
  • Klettenwurzel 12g
  • Süßholz 3g
  • Kardamom 3g (nicht mitkochen, sondern nur aufbrühen)

Die Grammangaben entsprechen einer Tagesdosis und sollten mit 1 Liter Wasser 5 Minuten aufgekocht werden und über den Tag verteilt getrunken werden.

 

Die kleine Notfallapotheke für Unterwegs

Neben einem kleinen Erste-Hilfe-Set zur Wundversorgung gibt es auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin klassische „Notfall-Rezepturen“ die man sich in gewissen Apotheken kaufen kann und die im Urlaub oder bei Ausflügen nicht fehlen sollten:

 

  • Ingwer-Kapseln: gegen Reiseübelkeit.
  • Yunnan Bai Yao: für Prellungen und Verstauchungen z.B. nach einem Fahrradunfall.
  • Bao He Wan: gegen Völlegefühl und Nahrungsstagnationen z.B. nach einem ausgedehnten Grillabend.
  • Huo Xiang Zheng Qi San: gegen Sommer-Darmgrippen mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

 

 

Wir wünschen einen tollen Sommer!

 

Euer Avicenna-Team

Dr. med. Noemi Morell

Migräne Teil 1

Migräne in der TCM Teil 1

Migräne ist ein häufig auftretendes Beschwerdebild in einer Praxis für TCM (Traditionelle Chinesische Medizin). Sie wird als neurologische Erkrankung eingeteilt und tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Gekennzeichnet ist diese Erkrankung durch halbseitigen Kopfschmerz der typischerweise anfallartig, pulsierend und wiederkehrend ist. Dazu können Verspannungen der Nackenmuskulatur, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, oder Gefühlsstörungen auftreten. Manche Patienten haben vor ihrem Migräneanfall eine Aura mit optischen und sensiblen Wahrnehmungsstörungen. Die Häufigkeit der Anfälle reicht von wöchentlich bis einmal alle 3-6 Monate.

Schulmedizinischer Ansatz

Im akuten Zustand werden unspezifische schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen und Paracetamol oder spezifische Migräne-Mittel aus der Gruppe der Triptane empfohlen. Bei einer Attacke häufiger als einmal pro Monat werden zur Prophylaxe Betablocker eingesetzt. Immer häufiger verordnen auch Ärzten stattdessen Akupunktur, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobsen.

Yin und Yang

In der TCM gehen wir von zwei wesentlichen Polen aus: Yin und Yang. Diese zwei Pole sind einerseits Gegensätze (so verkörpert Yin zum Beispiel die Nacht und Yang den Tag) und andererseits gehen sie in bestimmten Rhythmen ineinander über.
Dieser Rhythmus kann einen Tag dauern oder wie in den Jahreszeiten ein Jahr (Yang steht für Sommer und Yin für den Winter). Auch wir Menschen tragen diese zwei Pole in uns. Yin steht für alles Substantielle in uns, z.B. Knochen, Haare, Körpersäfte usw. alles was wir an uns sehen und anfassen können. Yang steht für Energie, Kraft und Wärme die wir fühlen können wenn wir Sie haben oder nicht, anfassen oder sehen können wir den Yang-Aspekt nicht, lediglich die Auswirkungen. Im Wesentlichen wird über die Ernährung Yin und Yang aufgefüllt.

Mike Morell